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Rückblick: Sommerakademie Salzburg

Hommage an die Willenskraft

Gestalten, erleben, inspirieren lassen: Auch dieses Jahr hatte ich wieder das Vergnügen am internationalen und kreativen Potenzial der Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg teilzuhaben.

Spät aber doch: Obwohl  es nun schon etwas her ist, will ich euch heute mein Schaffen der diesjährigen Internationalen Sommerakademie in Salzburg  vorstellen. Im Kurs „Hommage“ von Tex Rubinowitz haben wir uns den Sommer über mit einer Person oder einem Thema beschäftigt der oder dem wir unsere Kreationen widmen wollten. Wie immer habe ich meine Überlegungen auch malerisch umgesetzt, mein Fokus galt dieses Jahr jedoch dem Wort. Daher werde ich auch hier der schriftlichen Version Vorrang geben:

Beharrlichkeit und Tatkraft, sie treiben mich an

„Ein Schlag für das Erwachen aus dem tausendjährigen Schlaf. Meine Seele ächzt regelrecht nach der Erlösung. Ein winziger Funken an Lebensfreude und ich kotze ihn raus – allen Pessimismus der sich in meiner Hülle schon allzu häuslich eingerichtet hat. Kotzen bis auch der letzte Hauch an Antriebslosigkeit und Selbstmitleid ein Ventil zur Verflüchtigung gefunden hat. Leer und unbeschrieben rapple ich mich auf, schwanke an die Luft und inhaliere die wohltuende Frische die sich mir auftut und jede Zelle meines ausgehungerten Körpers erfüllt…“

„… inhaliere die überwältigende Kraft des Windes, die meine Haare zum Tanzen bringt und ein Feuer in mir entfacht. Ich tauche ein in den Ozean an Gedankenfetzen, spüre wie der letzte Tropfen an Neugier die Oberfläche aufrüttelt und eine Welle an Inspiration heraufbeschwört. Die innere Vorfreude überflutet mich und schlägt allen Selbstzweifel in die Flucht bis allein das tiefverwurzelte Gefühl an Vertrauen bleibt. Wie ein Fels in der Brandung macht es majestätisch auf sich aufmerksam, geht mit sicheren Schritten auf meinen entseelten Lebensbahnen spazieren und erfüllt sie mit berauschendem Optimismus. In mir vibriert die Aufregung – spielt sich hoch bis ich die pulsierende Anspannung nicht mehr ertragen kann und mein Schicksal bestimmt in die Hand nehme.“

„Meine Ziele entrinnen mir, wie die Wahrheit dem der unehrlich ist. In der Ferne vereinen sie sich und formen eine Brücke die mir meinen Weg zu neuen Möglichkeiten bereitet. Übersät von Dornen und Gestrüpp tut sich mir ein Pfad auf, dessen Sturheit sich wie Schlingpflanzen um meine Knöchel windet und mein Ziel vor Augen entschwinden lässt. In einem überlegenen Moment spüre ich wie in meinem tiefsten Inneren eine Energie erwacht, sich hoch an die Oberfläche kämpft und mich über Wasser hält. Geschickt tänzelt sie mit meinen Beinen durch den unendlichen Irrgarten an Zweifel und Frustration – näher und näher führt sie mich an die namenlosen Gewässer, welche eine so phantastische Kraft in sich bergen.“

„Die Erhabenheit der Erfahrung rollt über mich hinweg wie ein wildes Feuer an energiegeladener Eingebungskraft. Mich überkommt ein Moment des Stillstandes, eine Trance aus der mich weder physische noch transzendente Energien zu rütteln vermögen – eine Symbiose aus stürmischer Phantasie und Realitätswahnsinn. Ich lasse los und gehe auf in dem Rausch – tauche ein in mein eigen Fleisch und Blut und inhaliere die unbegrenzte Leidenschaft, die sich in mir auftut, mich auf Federn trägt und mir Raum zur Entfaltung gibt.“

„Mit dem Erfolg im Rucksack kehrt in mir die so inbrünstig ersehnte innere Ruhe ein. Der Gipfel ist erklommen, all meine Zweifel und metaphorischen Grenzen liegen nun in weiter Ferne. Für diesen flüchtigen Moment können sie mir nichts anhaben. Der Rausch trägt mich mit Luftsprüngen empor und gibt der ein oder anderen Träne Raum um ihre Spuren freudig in den sanften Tälern ihres Schöpfers zu hinterlassen, bevor sie sich am glühenden Untergrund wieder verflüchtigt. Mit kindlicher Euphorie erlegt sich mir in Gedanken die Siegeskleidung des kleinen Helden auf. Ich bade mich für einen Augenblick in dem Gefühl von Zufriedenheit und Genugtuung – ein Flügelschlag, ein Windstoß und schon präsentiert sich mir die nächste Herausforderung. Vor mir tut sich abermals ein Meer aus Zweifel auf, mit sich tragen sie jedoch den süßen Geschmack von Abenteuer und Entfaltung.“

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